David Bowie

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When in doubt, listen to David Bowie! Anders als der in seinem zuletzt veröffentlichten Lied besungene Lazarus ist David Bowie heute, vier Tage nach seinem Tod, leider nicht wiederauferstanden. Der Starman ist für immer in den Sternen, wird aber in seiner Musik ewiglich weiterleben, sogar seinen Tod hat er noch als Kunstwerk inszeniert, unglaublich. Bowie war ein so vielseitiger Künstler, mit dem sich vermutlich jeder ein Stück weit identifizieren kann und sich in irgendeinem seiner unzähligen Alter Egos wiederfindet. Ich bewundere ihn aus demselben Grund, aus dem ich auch Künstler wie Lady Gaga oder Björk bewundere. Er hat sich niemals angepasst, machte zum Teil sehr eigenwillige Musik, von seinem schrägen Auftreten und ganz und gar extravaganten Stil ganz zu schweigen, und trotzdem hat er es geschafft, dass der Mainstream ihn akzeptiert, und erreicht und berührt mit seiner Kunst so unglaublich viele Menschen. Das verdient Respekt.

Caitlin Moran verabschiedet diesen Ausnahmekünstler in der Times wie folgt:

We were a lucky planet, and it was a lucky time. In all the cold, silent, black emptiness of space, we were the ones who had David Bowie. And he had us. He invented something just as astonishing as a currency, or a medicine, or a machine, or a circuit, or a city. He was an emotional statesman – a president of possible futures. Thank you, you beautiful man. Thank you for giving us us.

Und besser kann man es kaum zusammenfassen.

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Top 10 Serienzitate

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Schon wieder warf die liebe Schlopsi ein Stöckchen nach mir. Vom letzten Mal noch gut in Form habe ich es gleich aufgefangen. Ich hoffe, dass ich die Aufgabe dieses Mal richtig verstanden habe (denn ein möglicher Beitrag für diese Auflistung ist auf mysteriöse Weise schon bei meinen Filmzitaten gelandet) und präsentiere meine Top 10 der Serienzitate. Dass ich keine Gilmore-Girls-Dialoge dabei habe überrascht mich selbst, aber wie soll ich mir die bei der AK47-Geschwindigkeit, mit der sie immer abgefeuert werden, auch merken. Bei diesen war es schon etwas einfacher:

10. Two and a half Men, Ep. 8.12 (2010)

The tall blonde chick in the red track suit is really starting to freak me out.

Metahumor bei Chuck Lorre? Irre.

9. Skins, verschiedene Episoden (2007)

Oh, wow.

Das habe ich mir auch gedacht. Hannah Murray und ich. Es war Liebe auf den ersten Blick.

8. Boston Legal, verschiedene Episoden (2004)

Denny Crane!

Denny Crane!

7. The Nanny, Ep. 3.5 (1995)

Oh, good, you heard me.”
“Van Gogh heard you. He’s dead and missing an ear.

Ach, was wäre eine Sitcom nur ohne den sarkastischen Sidekick? Und Niles (Just Niles, like Cher.) ist einfach herrlich. Wenn ich irgendwann reich bin, stelle ich ihn bei mir als Butler ein.

6. Californication, Ep. 1.1 (2007)

Why is there a naked lady in your bedroom? […] There’s no hair on her vagina. Do you think she’s okay?

Wieso von all den bissigen Dialogen gerade dieser hängengeblieben ist, weiß ich nicht, aber ich finde es immer noch unglaublich witzig.

5. King of Queens, Ep. 4.7 (2001)

LIMONENEIS!

Arthur, Arthur, Arthur, Arthur…

4. Pretty Little Liars, Ep. 1.15 (2011)

You know what, just don’t talk about the Biebs, okay? You don’t know the Biebs, you don’t understand the Biebs. Or his hair.

Einerseits gibt es in dieser Serie so viele Lächerlichkeiten und Klischees, andererseits werden diese immer wieder gekonnt umgangen. Vor allem die voller Ironie steckenden, spritzigen Dialoge amüsieren mich dann sehr.

3. American Horror Story, Ep. 1.1 (2011)

Wanna listen to Morrissey? He’s cool. And he’s pissy, and he hates everyone and everything.

Ryan Murphy! Neben Joss Whedon mein Mann für Serien. Vielleicht hätte ich lieber einen Dialog aus Glee wählen sollen, wo es tiefgründigere Erkenntnisse gibt oder aus Nip/Tuck, wo es lustiger zugeht, aber diese Sätze hier sind mir in Erinnerung geblieben, weil sie in die Kategorie Es ist lustig, weil es wahr ist fallen. Ich mag Moz bekanntermaßen, aber es stimmt, er scheint wirklich alles zu hassen. Aber das ist Teil seines Charmes. Was er wohl von dieser Folge hält, falls er sie gesehen hat?

2. The Simpsons, Ep. 18.7 (2006)

Ich bin ein Eishorn!

Fun Fact: Die Bloodhound Gang stellte einst einen Drummer ein, nicht weil er am besten Schlagzeug spielte, sondern weil er die meisten Ralph-Wiggum-Zitate kannte. Ich liebe die Bloodhound Gang. Und ich liebe Ralphie. Er ist das beste Role Model, das man in meinem Alter haben kann. Oder in jedem Alter.

1. Buffy the Vampire Slayer, Ep. 6.7 (2001)

The hardest thing in this world is to live in it.

Obwohl ich Michelle Trachtenberg ansonsten ganz gerne sehe muss ich zugeben, dass sie mir hier doch das ein oder andere Mal ein wenig auf die Nerven gegangen ist. Lag vielleicht daran, wie ihre Rolle angelegt war. Aber egal, hier spricht sie wahre Worte und hat den schönsten Satz in der schönsten Episode der Serie.

Ein großes Tutmirleid an all die schönen Serien, die ich hier nicht unterbringen konnte, ein noch größeres Dankeschön, Schlopsi, dass du wieder an mich gedacht hast. Ansonsten wäre es das erst mal meinerseits zum Thema und das Stöckchen geht ganz unauffällig weiter in Richtung Lilaskristall, Hanna und ERGOThek.

Der König der gebrochenen Herzen

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„Wer ist eigentlich euer Lieblings-Beatle?“ fragte Ringo. Er saß den beiden auf der vom Tau des Morgens noch etwas feuchten Bierzeltgarnitur gegenüber und nippte vorsichtig an seinem Radler. Die Menschen um sie herum schienen sich nicht für sie zu interessieren. Das Fest war in vollem Gange. Kinder liefen herum und kreischten, Hunde bellten, Blasmusik ertönte aus den überall montierten Lautsprechern.
„George“, sagte sie, ohne lange zu überlegen.
Er dachte einen Moment nach und sagte dann: „John.“
Ringos Ausdruck war gefasst, aber er blieb still.
Ein Augenblick des Schweigens schwängerte die schwüle Luft mit Unbehaglichkeit, die von ihr nach einigen Sekunden erst durchbrochen wurde. „Also“, sagte sie etwas energischer als notwendig, „ich glaube wir müssen los. Oder? Wollen wir uns nicht mal ein bisschen umschauen und amüsieren?“
„Klar doch“, stimmte er zu.
Sie standen auf, Ringo nickte ihnen mit einem gezwungen wirkenden Lächeln, das sogleich verblasste, zu, und machten sich auf den Weg. Das Fest war für sie, die in der Stadt aufgewachsen waren, nicht übermäßig groß, jedenfalls nicht so, dass sie sich erschlagen fühlten, aber doch war es ein kleines Spektakel und immerhin das aufregendste Ereignis der Sommersaison. Und jedermann schien es zu genießen. Beinahe liefen sie ein kleines Mädchen über den Haufen, das plötzlich aufgeregt vor ihre Füße hüpfte und mit seinem Springseil beschäftigt war, ein kleiner Junge sauste mit einem Affenzahn auf seinem Laufrad an ihnen vorbei, während sein Vater den leeren Kinderwagen hinterherschob, und ein Ordner hatte sichtlich Schwierigkeiten damit, einen Nackten einzufangen, der über das Gelände flitzte. Wo sollte er ihn auch festhalten, dachte er. So viel reges Treiben und es war gerade mal früher Nachmittag. Sie gingen weiter, bewunderten die Jongleure, Pantomimen, Musiker und menschlichen Statuen. An verschiedenen Buden machten sie kurz Halt. Beim Büchsenwerfen gewann sie einen mintgrünen Plüschelefanten für ihn, beim Schießstand gingen sie beide leer aus, das hatten sie noch nie gekonnt. Nachdem sie das Gelände einmal umrundet und alles gründlich inspiziert hatten, wurden sie schrittweise immer langsamer.
„Hey“, sagte er, nachdem sie eine aufgeregt schnatternde Junggesellinnenabschiedsgruppe passiert hatten, „alles okay?“
„Hm?“
„Alles okay? Du siehst, sorry, dass ich so direkt bin, nicht besonders gut aus. Ein bisschen sehr blass. Sogar für deine Verhältnisse.“
„Ja, so besonders geht’s mir gerade echt nicht. Weiß auch nicht, was los ist. Keine Ahnung, habe vielleicht zu wenig getrunken, bei all dem Spaß hier, oder so.“
„Na, dagegen können wir ja was machen. Setz dich mal einen Moment hin und ich besorge uns ein bisschen Verpflegung.“
Sie begaben sich in Richtung des Fußballfeldes, wo gerade das alljährliche Benefizspiel stattfand. Rasch fanden sie noch zwei Plätze auf der Tribüne, und während sie sich hinsetzte und aufmerksam beobachtete wie das All-Star-Team der örtlichen Prominenz versuchte, seinen peinlichen Rückstand gegen die Jugendmannschaft des lokalen Vereins aufzuholen, ging er gleich los.

„Und?“ fragte er, nachdem die Promis zumindest ein Tor aufholen konnten und sie sämtliche Mahlzeiten eines ganzen Tages innerhalb einer halben Stunde in sich reingestopft hatten. Neben besonders frischen, krossen Pommes – Mayo für sie, Ketchup für ihn – und einem großen Cheeseburger mit extra viel Käse hatte jeder von ihnen eine Portion Pfannkuchen und eine Schüssel Obstsalat – er mit Sahne, sie ohne – verdrückt. Dazu hatte er jedem ein Glas frischen Eistee geholt, den die alte Frau Müller, der der Tante-Emma-Laden an der Hauptstraße gehörte, zubereitet hatte. „Wie geht’s dir? Schon besser?“
„Ja, ausgezeichnet“, sagte sie. Ihr Gesicht bekam langsam seine Farbe zurück, ihre Wangen waren fast schon wieder so rot wie ihre Haare. „Du kümmerst dich ja ganz toll um mich, mein Held.“
„Ja, klar doch, kein Ding. Willst du das Spiel noch zu Ende sehen oder wollen wir langsam weiter?“
„Nee, wir können los. Unsere Berühmtheiten blamieren sich doch sowieso wieder.“
„Wie immer. Das ist ja nichts Neues.“

Die Sonne brannte noch immer vom hellblauen Himmel, sogar für einen Julitag war es ausgesprochen heiß, und sie machten sich auf den Weg. Als sie ihren Abfall in den nächsten Papierkorb geworfen hatten, kamen sie schließlich wieder dort an, wo ihr Rundgang anfänglich begonnen hatte. Ringo saß noch immer auf der Bank, seinen unendliche Enttäuschung ausstrahlenden Blick nach unten gesenkt. Sein Glas war noch immer so voll wie vor ein paar Stunden, und es schien sogar, als hätte er geweint. Sie gingen gerade an ihm vorbei, als sie ihn bemerkte, prompt abdrehte und auf ihn zuging.
„Hey“, sagte sie zaghaft.
„Hey.“ Ringo blickte auf. „Ihr seid es wieder.“
„Ja…“, sagte sie. „Ich wollte nur noch sagen…weißt du, George ist zwar mein Lieblings-Beatle, aber mein Lieblingslied ist von dir.“
„Wirklich?“ fragte Ringo überrascht als er sich die Tränen mit dem Handrücken von der bärtigen Wange wischte.
„Wirklich“, bejahte sie mit einem schüchternen Lächeln. „Und dafür danke ich dir.“
Und als sie ein plötzliches, zuversichtliches, sogar durch seine getönten Brillengläser hindurch sichtbares Leuchten in Ringos Augen wahrnahm, spürte sie, dass sie ihm gerade den Tag gerettet hatte, genauso wie er es unwissentlich schon oft für sie getan hatte.
„Nein, ich danke dir“, sagte Ringo leise, nach wie vor lächelnd, und schaute den beiden noch glücklich nach als sie sich umdrehten und langsam in der Ferne verschwanden.

Top 10 Filmzitate

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Zitate

Aua. Nichts Böses ahnend traf mich am gestrigen Tage ein Stöckchen am Kopf, das die werte Schlopsi mir zugeworfen hatte. Da ich motorisch unbegabt bin, konnte ich es zwar nicht auffangen, habe es aber trotzdem aufgesammelt und gleich mit in den Park genommen, um ein bisschen damit zu spielen, und deswegen kommt jetzt hier meine Top 10 der Filmzitate. Obwohl ich gleich dazu sagen muss, dass diese Auswahl, wie alle meine Listen, selbstverständlich ohne Gewähr ist, denn ich hätte bestimmt mit Leichtigkeit noch ein paar Nullen an die Top 10 dranhängen können. Es gibt einfach zu viele Zeilen, die einem, besonders wenn sie professionell vorgetragen werden, im Gedächtnis bleiben. Aber diese ganz besonders:

10. The Lord of the Rings: The Two Towers (2002)

Toss me!

Müsste ich mich entscheiden, ja, ich denke, dies könnte meine absolute Lieblingsszene der gesamten Trilogie sein.

9. Donnie Darko (2001)

Du bist kein Miststück. Du bist ein Stück, aber kein Miststück.

Die deutsche Fassung überträgt den Inhalt nicht exakt, ist aber auf ihre eigene Weise auch ganz cool. Außerdem eines der wenigen Zitate, bei dem es mir einst gelang, es, ein klein wenig abgewandelt, im Alltag unterzubringen. Ich glaube, keiner der Anwesenden kannte den Film oder wusste, dass ich nicht schlagfertig war, sondern bloß zitierte, aber die Dame, um die es ging, stimmte mir immerhin zu.

8. Game of Thrones, Ep. 1.1 (2011)

Hodor!

Hodor hodor.

7. The Elephant Man (1980)

I am not an animal! I am a human being!

Eine Szene, mit der man vielleicht sogar etwas anfangen kann, wenn man David Lynchs Ode an die Menschlichkeit noch nicht kennt (auch wenn man dies dann natürlich tunlichst ändern sollte). Sogar bei Hannah Montana ist mir eine Version dieses berühmten Satzes schon untergekommen.

6. Oldboy (2003)

Ob ein Sandkorn oder ein Stein, im Wasser gehen sie beide unter.

Es fällt schwer, aus diesem atemberaubenden Film nur ein Zitat auszusuchen, steckt er doch voller Lebensweisheiten.

5. Some like it hot (1959)

Well, nobody’s perfect.

Noch immer ohne Übertreibung eine der besten Schlussszenen aller Zeiten. Seiner Zeit voraus und perfekt pointiert. Billy Wilder war ein Meister seines Fachs.

4. Apocalypse Now (1979)

You have a right to kill me. You have a right to do that…but you have no right to judge me.

Ein Film, den ich liebe, aber zugleich hasse, weil ich mich danach immer richtig niedergeschlagen fühle. Und eine meiner Lieblingsdarbietungen von Schauspielgott Marlon Brando, dessen Colonel Kurtz in seinem kurzen, aber prägnanten Auftritt das menschliche Wesen und eigentlich das ganze Leben präzise auf den Punkt bringt.

3. Pulp Fiction (1994)

I didn’t go into a Burger King.

Keine Filmzitate-Liste ohne Tarantino. Nur eine einzige Zeile aus seinen gesammelten Werken auszuwählen fällt mir schwer, denn seine messerscharfen, treffsicheren Dialoge sind das, was mich an seinen Filmen so begeistert. Denn wenn seine Schläger, Gangster und Ganoven nebenbei von ganz alltäglichen Dingen reden, macht sie das glaubwürdig und liebenswert, weil sie irgendwie ja auch nur wie wir sind.

2. Casablanca (1942)

Here’s looking at you, kid.

Hier könnte ich im Grunde das ganze Drehbuch niederschreiben. Jeder einzelne Satz ist erinnerungswürdig. Ich entscheide mich aber für den auf Deutsch oftmals falsch zitierten Klassiker. Bogie und Ingrid sind ein Traumpaar, kaum zu glauben, dass sie nur dieses eine Mal gemeinsam vor der Kamera standen.

1. Léon (1994)

Is life always this hard, or is it just when you’re a kid?”
“Always like this.

Wahre Worte.

So, das wäre also mein Beitrag zum Thema. Liebe Schlopsi, ich bedanke mich vielmals dafür, dass du bei diesem Spielchen an mich gedacht hast, und möchte das Stöckchen hiermit gerne an Lilaskristall und Hanna weiterreichen.

Spinnweben

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Ich gehe in den Garten, um den Rasen zu sprengen, die Blumen zu gießen, das Gemüse zu wässern. Es soll ja schließlich alles schön wachsen. Ich drehe den Wasserhahn auf, schnappe mir den Schlauch und gehe in Richtung Grünfläche (auch wenn dieses Wort imposanter klingt als es eigentlich ist). Plötzlich spüre ich etwas Weiches an meinen Händen und es kribbelt mich am ganzen Körper. Ich bin frontal in ein Spinnennetz gelaufen. Es tut mir leid, dass ich dem kleinen Racker, den ich nicht einmal zu Gesicht bekomme, das Heim zerstört habe. Aber wieso musstest du dein Lager auch ausgerechnet dort aufschlagen, wo ich jeden Tag entlang muss? Ich mag Spinnen nicht besonders. Das ist aus Sicht eines Tierfreundes vielleicht nicht politisch korrekt, aber so ist es nun einmal. Die unzähligen Augen, die überproportionierten Beine, eine ein wenig unheimliche Ausstrahlung haben diese Tierchen ja schon, ab einer gewissen Größe zumindest. Es verwundert kaum, dass sie gerne Cameo-Auftritte in Horrorfilmen absolvieren. Es sind interessante Lebewesen, aber zu nah bei mir brauche ich sie dann doch nicht unbedingt. Es kribbelt mich noch immer, ich werde erst mal Duschen gehen.

Die Sendung mit der Maus

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Ich arbeitete letzte Nacht als Komparse bei einem Kinofilm, soweit nichts Besonderes. Eine recht große Produktion, aufgrund der Verschwiegenheitsklausel hier allerdings ganz brav keine weiteren Details. So Interessantes gibt es diesbezüglich sowieso nicht zu berichten und darum geht es mir gerade auch gar nicht, sondern um viel Wichtigeres. Bei diesem Job macht das Warten den größten Teil der Arbeitszeit aus. Stundenlanges Rumsitzen, bis man dann endlich zu seinen fünfzehn Minuten kommt. Während ich also geduldig auf meinen Einsatz wartete, erblickte ich ein süßes Mäuslein. Nein, dies ist keine Umschreibung, ich sah tatsächlich eine kleine Maus auf der kalten Erde herumflitzen. Ihr Fell war so grau wie der Boden selbst, mit ihren runden, schwarzen Augen blickte sie sich aufmerksam um. Sie huschte hin und her auf der Suche nach ein paar Krümeln, knabberte hier und da etwas mit ihren winzigen Pfötchen, sauste wie der Wind davon, wenn ein zu lautes Auto sie verschreckte, kehrte aber immer wieder zurück und ließ sich von dem ganzen Wirbel der Dutzenden Mitglieder des Filmteams an dem großen Set, nur einen Katzensprung von ihr entfernt, überhaupt nicht irritieren. Während die Nacht immer weiter voranschritt, dem Sonnenaufgang entgegen – welcher die Stadt später in ein herrliches Rot tauchen sollte – der das mühevoll eingerichtete Licht der Szenerie bedrohen würde, wurde die Hektik der Menschen um mich herum immer größer. Je später es wurde, desto größer die Eile. Und das obwohl des Nachts die Uhren anders gehen. Die Nacht verbreitet stets ein ganz besonderes Gefühl, finde ich nämlich. Nachts ist alles entspannter, ruhiger, wie im Traum, gedämpft, als ob die Welt sich Oropax eingesetzt hätte, viel, viel leiser als am Tag, alles scheint zu schlafen, auch wenn es wacht. Eigentlich. Hier aber kam es natürlich auf jede Minute an, einen straffen Zeitplan galt es einzuhalten. Der Maus war das jedoch egal. Sie machte unbeirrt ihr Ding. Sie achtete nicht auf die hastigen Menschen, auch nicht auf mich, sie konzentrierte sich einzig und allein auf sich selbst. Auch wenn bei den Denkprozessen des kleinen Nagers vielleicht nicht von einer bewussten Entscheidung gesprochen werden kann, ich fand die gezielte Abschottung dieses kleinen Wesens von allem anderen bei gleichzeitiger Fokussierung auf das für es Wesentliche so faszinierend. Irgendwann war sie weg, vermutlich Schlafen gegangen, in ihrem Mäusebett. Dass Mäuse nachtaktiv sind, war mir bis dorthin auch nicht wirklich bewusst, wieder was gelernt. Und aus der Begegnung mit diesem putzigen Geschöpf kann ich außerdem vor allem folgendes mitnehmen: Vielleicht sollten wir uns ab und zu ein Beispiel an dieser Maus und auch das größte augenscheinliche Spektakel um uns herum nicht ständig allzu wichtig nehmen, sondern uns lieber auf uns selbst und das für uns Maßgebliche konzentrieren. Manchmal sind wir doch auch nichts weiter als eine kleine Maus in einer riesengroßen Stadt.

Unangenehme Begegnung

Sie: Guck mal, da hinter dir!
Er: Hm?
Sie: Nein, guck da nicht hin!
Er: Was denn nun?
Sie: Nicht so auffällig…okay, jetzt kannst du gucken.
Er: Gut, und was sollte ich da sehen?
Sie: Na, guck doch mal, da drüben am Tresen, ist das nicht Bono?
Er: Bono?
Sie: Ja, guck doch mal, den erkennt man doch an seiner komischen Bono-Brille.
Er: Stimmt. Was macht der denn hier?
Sie: Keinen Plan. Trinken? Er ist doch Ire.
Er: Ich hasse Bono.
Sie: Ich auch.
Er: Booonoo! Hey! Hey! Hey, Bono! Hey! Bono!
Bono: Yeah, what’s up?
Er: Fuck you!
Bono: What? What did you just say to me?
Er: I said, fuck you, Bono!
Bono: Well, fuck you, too.
Sie: Haha, yeah, that’s right, dumbass.

Zu heiß

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Die Sonne scheint auf mich herab. Ich sitze im Garten, lese ein Buch, schaue den Kartoffeln beim Wachsen zu – sie sprießen schon sehr ordentlich – und esse Schokolade. Zugegeben, nicht die beste Wahl bei diesem Wetter, aber sie macht glücklich. Die Sonne, sie lacht mich an. Der Sommer ist endlich da. Das ist schön. Nur schade, dass man dann nie zu irgendetwas kommt. Die Hitze macht mich immer äußerst unproduktiv. Wahrscheinlich werde ich nicht einmal diesen Blogeintrag zu Ende